KyotoPlus

Die Kyoto-Mechanismen

 

Zu den Besonderheiten des Kyoto-Protokolls gehören zweifelsohne die flexiblen Mechanismen. Sie gelten in der Klimapolitik als Innovation und erlauben den teilnehmenden Staaten, ihre Quote nicht nur „vor der eigenen Haustüre“, sondern auch durch internationale Kooperation und Interaktion zu erreichen.

 

Die Maßnahmen, um die Treibhausemissionen zu senken, müssen also nicht zwangsläufig im eigenen Land erfolgen. Denn schließlich mache es keinen Unterschied, so der der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts, Hartmut Grassl, ob das Kohlendioxid „in der Antarktis oder in München in die Atmosphäre geht“.

 

Folgende Mechanismen wurden erarbeitet, um die im Kyoto-Protokoll genannten Ziele – auch unter Berücksichtigung der Kosten – umsetzen zu können:

 

  • Emissionshandel: Industrialisierte Länder dürfen Rechte kaufen und verkaufen, die ihnen erlauben, eine bestimmte Menge an Kohlendioxid zu erzeugen. Der Handel mit den Emissions- oder auch Verschmutzungsrechten begann in Europa im Jahr 2005. Im Rahmen des Emissionshandels ist es den Staaten gestattet, auch Unternehmen den Kauf bzw. Verkauf von Emissionszertifikaten zu erlauben.
  • Joint Implementation – gemeinschaftliche Einführung: Mit der Joint Implementation, dem Transfer von Emissionsminderungseinheiten, steht es den Ländern offen, mit anderen Nationen zusammenzuarbeiten. Die Kooperation sieht so aus, dass eine Nation in einem anderen Land Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase finanziert. Dafür werden sogenannte Credits oder nationale Reduktionszertifikate vergeben, die auf die eigene Quote angerechnet werden.
  • Clean Development Mechanism: Der Clean Development Mechanismen ähnelt weitgehend der Joint Implementation, mit dem Unterschied, dass die Maßnahmen, mit denen die Treibhausgase reduziert werden sollen, in einem Entwicklungsland erfolgen. Auch für dieses Engagement erhalten die Staaten Credits gutgeschrieben.

 

Executed in 0,02 sec.